Die Welt neu sehen, Silvia Chytil

Hast du dir das schon mal überlegt: Wie fühlt sich für dich Erfolg an?

Was wir nur zu gut kennen, sind unsere Gedanken rund um Erfolg. „Ich muss noch das und das tun, dann bin ich erfolgreich. Wenn ich das und das hätte, dann wäre ich erfolgreich. Andere sind viel erfolgreicher, als ich.“

Diese Sätze, die uns durch den Kopf schwirren, kennen wir alle. Wenn ich dieses habe, wenn ich jenes kann, ja dann bin ich endlich erfolgreich.

Nur wie genau fühlt sich dieses „Erfolgreich sein“ an?

Diese Frage habe ich vor Kurzem einer Kundin in einem Coaching gestellt. Sie erzählte mir, dass sie noch erfolgreicher und besser in ihrem Business werden möchte, Dafür tut sie auch sehr viel. Sie steht zeitig in der Früh auf, um in Ruhe ihre Projekte zu erledigen. Sie macht Pläne, die sie weiterbringen sollen. Sie liest viele klugen Bücher, macht laufend Ausbildungen, sie will sich ja weiterentwickeln.

Und doch – so denkt sie – ist sie noch nicht dort, wo sie sein sollte. Sie will besser und erfolgreicher werden.

Wie fühlt sich dieses „besser und erfolgreicher“ an, fragte ich sie.

„Na ja, dann habe ich genügend Geld am Konto.“

Ja, schon, aber wie fühlt es sich an?

„Dann brauche ich mich nicht um neue KundInnen bemühen, die kommen einfach zu mir.“

Ja, okay – aber wie fühlt es sich an?

„Hmmmm …. Keine Ahnung …“

Wir jagen einem Konzept nach

Wir jagen so oft einem Konzept in unserem Kopf hinterher. Wir müssten noch … besser, erfolgreicher, anerkannter, schöner, reicher, … werden, dann, …

Nur dahintersteckt ein ganz großes Problem. Erfolgreicher, besser, schöner, schlanker, anerkannter, reicher ist keine Zahl auf einem Bankkonto oder eine Ziffer auf einer Waage. Es sind keine KundInnen, die vor der Türe Schlange stehen und keine Menge, die einem begeistert zujubelt, weil man so toll ist.

All diese Wörter sind Schlagworte. Leere Floskeln. Begriffe, die inflationär durch die Gegend geworfen werden.

Was wir jedoch suchen ist ein Gefühl. Eigentlich auch nur ein einziges Gefühl: Nämlich, dass wir uns gut fühlen, bei dem, was wir tun und sind.

Wenn wir aber nicht wissen, wie sich dieses Gefühl anfühlt, dann wissen wir gar nicht, wonach wir suchen. Und wenn wir nicht wissen, wonach wir eigentlich suchen, hört die Suche niemals auf.

Wir haben dann ständig eine Karotte vor der Nase, der wir hinterherjagen und die wir doch nie erreichen. Springen ins Hamsterrad, dem wir doch eigentlich entfliehen wollen.

Zu wissen, wie sich das anfühlt, wonach wir eigentlich suchen, ist der erste Schritt, um das auch zu erreichen.

Der Zweite ist, zu erkennen, dass wir das schon sind und haben, wonach wir so sehr suchen.

Bis es so weit ist, bleiben wir weiterhin auf einer endlosen Suche.

Alles Liebe