Von der Raupe zum Schmetterling und was das mit deinem Vertrauen in dich selbst zu tun hat.

Vertrauen

Hast du schon einmal ein Kokon am Baum hängen sehen? In diesem Zustand bewegt es sich nicht von der Stelle, nimmt keine Nahrung zu sich, sondern überlässt sein Schicksal voll und ganz der Natur. Es braucht auch nichts zu tun. Denn früher oder später schlüpft ein wunderschöner Schmetterling. Was ein Kokon mit deinem Vertrauen in dich selbst zu tun hat, zeige ich dir heute hier:

Mittags Talk zum Thema Vertrauen live von meiner Facebook-Seite.

Vorige Woche hatte ich ein spannendes Meeting mit meiner Mastermind-Gruppe. Wir sind alle Unternehmerinnen und sind es gewohnt, ordentlich Gas zu geben.

Dennoch machen wir gerade bei einem Programm von Shailia und Sandra mit, dass so gar nichts mit harten Daten und Fakten zu tun hat. Sondern es geht darum, dahinter (beyond) zu schauen.

Eine Teilnehmerin, eine begabte Kabarettistin Silvia erzählt, dass sie sich seit einiger Zeit in einem kreativen Vakuum befindet. Mit ihrem aktuellen Programm ist sie schon seit einigen Jahren erfolgreich unterwegs, und nun wird es Zeit für ein Neues. Doch kommt sie gerade einfach nicht in den Flow, Diese Phase des Nicht-Erschaffens auszuhalten und entspannt drauf zu warten, dass die Muse sie wieder küsst, fällt ihr nicht leicht.

Angelique, ebenfalls eine sehr erfolgreiche Unternehmerin, befindet sich ebenfalls gerade in einer Umbruch-Phase. Sie überlegt, ob sie nicht ausmisten und sich schärfer positionieren soll, um sich auf die Themen zu besinnen, die ihr echte Freude bringen.

Die wunderbare Diana von Ideen-Helden hingegen hat ihre Still-Stand-Phase gerade hinter sich gebracht. Nach einer langen Auslandsreise kam sie 2 Monate lange nicht in Schwung. Auf ihrer Reise hatte sie gemerkt, dass sie ihrer Freude folgen wollte. Ausschließlich! Sie wollte diesem schneller, höher, weiter mit anschließendem „ausgebrannt sein“ nicht mehr verfallen. Sie hat sich die Zeit genommen und auf den Impuls der Freude gewartet. Der auch vor kurzem wieder kam.

Und wenn du mich schon eine Weile verfolgst, dann weißt du, dass auch ich vorigen Sommer von einem Monster festumschlungen war.

Wenn wir im Nebel sitzen

Wir alle haben diese Erfahrung schon mal gemacht, vielleicht befindest du dich jetzt gerade in so einer Situation.

Wenn das Gefühl hochkommt, dass wir uns im Kreis drehen. Nicht wissen, in welche Richtung wir gehen sollen. Kaum machen wir einen Schritt nach vorne, meinen, Ja – jetzt sehen wir den Weg, fallen wir im nächsten Augenblick zwei Schritte zurück, weil wieder tausend Fragen auftauchen, Zweifel uns überfallen und wir scheinbar gar nichts mehr wissen.

Wir haben das Gefühl in einer dicken Nebelwand zu sitzen, die uns komplett die Sicht nimmt. Zwar lichtet sie sich manchmal, aber zumeist stiftet sie vor allem Verwirrung und wirkt bedrohlich.

Solche Nebel-Monster tauchen oft auf, wenn wir uns im Wandel befinden. Wir über einen neuen Weg nachdenken. Wenn wir feststellen, dass der Alte so nicht mehr passt und wir uns neu orientieren sollen. Dieser Prozess der Unsicherheit, des Zweifels, des Nicht-Wissens ist so natürlich wie die Tatsache dass die Erde rund ist und sich um ihre eigene Achse dreht.

Oder wie die Transformation der Raupe zum Schmetterling. Bevor sich ein wunderbarer Falter entwickelt, verbringt die Raupe zuerst einige Wochen in einem ruhigen Zustand als Puppe, abgeschirmt von der Außenwelt in einem Kokon.

Das Tier nimmt sich die Zeit für seine Transformation. Schneller geht es nun mal nicht.

Die Frage ist also nicht, ob wir solche Momente durchleben, sondern wie.

Die Stimmen von außen

Zurück zu unserem Meeting. Eine von uns erzählte von ihrem Vater. Wie der ihr immer gut zuredete, endlich wieder vernünftig zu werden und sich einen Brot-Job zu suchen. Das mit der Unternehmerei war ein nettes Spiel – aber bitte komme doch jetzt wieder zur Besinnung.

Wir alle haben einen Vater, Mutter, Partner, Freund, der uns mit guten Ratschlägen, weisen Tipps oder Drohgebärden zur Seite oder im Weg stehen. Wenn sie nicht im Außen auftauchen, dann erscheinen sie uns gerne als Gespenster in unseren Gedanken oder Träumen. Gerne werde sie von uns auch mit Namen getauft:  Die Kritische, der Ängstliche, die Sorgsame und so weiter.

Über Jahre hinweg tragen wir sie brav in unserem Kopf spazieren. Du musst was Gescheites tun. Du darfst dich nicht so gehen lassen. Du wirst komplett versumpfen und gar nicht mehr ins Tun kommen. Warte nur, wenn du dich an das süße Nichtstun erst gewöhnst, dann kommst du gar nicht mehr von der Couch hoch. So oder so ähnlich plappert unser inneres Team unaufhörlich auf uns ein.

Wenn doch die Stimmen so laut sind, haben sie nicht vielleicht doch recht?

Nein!

Oder kannst du dir vorstellen, dass andere Schmetterlinge um die Puppe herumfliegen und ständig rufen „Komm beeil dich. Stell dich nicht so an. Hänge da nicht so faul herum, sondern mach endlich etwas Sinnvolles!“ Auch die Puppe im Kokon denkt sich nicht „Jetzt sollte ich aber doch endlich mal was Gescheites tun.“

Nein, das ist wirklich nicht vorstellbar.

Warum also müssen wir Menschen ständig bereit und voller Tatendrang sein? Warum dürfen wir uns keine Verschnaufpause gönnen? Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, weil wir mal einen Gang zurückschalten?

Vertrauen

Wir alle sind mit einem sehr gesunden System ausgestattet worden. Stelle dir nur ein Baby vor. Das weiß ganz genau, was es jetzt gerade braucht. Es weiß, wann der richtige Zeitpunkt zum Krabbeln ist, wann und wie es die ersten Schritte machen kann. Da braucht es keine Einsager von außen.

Diese innere Weisheit, diese innere Kraft, haben auch wir in uns. Sobald wir eintauchen in die Möglichkeit, dass es da eine innere Stimme gibt, die uns führt, die unser GPS ist, die es nur gut mit uns meint und immer für uns da ist, stellen wir fest, dass sie ganz genau weiß, was das Richtige für uns ist.

Nur leider wurde sie im Zuge unseres Erwachsen-Werdens mehr und mehr nach hinten gedrängt und teilweise zum Schweigen gebracht.

Haben wir doch gelernt, dass es viel wichtiger ist, im Außen gut dazustehen, eine Rolle einzunehmen und gut zu funktionieren. Was allerdings dazu führt, dass wir unsere eigene, innere Stimme gar nicht mehr hören und das Vertrauen in sie verlieren.

Dann brauchen wir die „Einsager“ von außen. 5 Tipps, wie wir gesünder, besser, erfolgreicher, fitter, reicher werden. Aber die Stimmen von außen geben uns zwar gute Tricks und Ratschläge. Es sind aber immer nur Tipps, die bei dem Verfasser gut funktioniert haben. Vielleicht haben sie bei ihm so gut geklappt, weil er auf seine Stimme gehört hat.

Ob es allerdings auch das Richtige für dich ist, weißt nur du selbst.

Der Prozess des (wieder) Vertrauen ist ein langsamer. Aber es lohnt sich, diesen Weg zu gehen. Denn je mehr wir auf unsere Stimme hören, sie wahrnehmen und ihr folgen, umso größer wird unser Vertrauen in sie. Und in das System Mensch, dass einwandfrei funktioniert. Bei dir. Bei mir. Bei uns allen.

Wie erkennen wir ob es unsere innere Weisheit ist oder nur Gedanken-Wirr-Warr?

Durch diesen enormen Input von außen, läuft unsere Gedanken-Maschinerie auf Hochtouren und versucht alle Informationen zu sortieren und zu filtern. Im Gegenzug bombardiert sie uns mit einer Flut an Gedanken, zumeist widersprüchlichen. Tu das. Tu jenes. Tu mehr. Tu weniger.

Wie sollen wir da erkennen, ob es unsere Gedanken sind oder ob gerade unsere Weisheit zu uns spricht?

Steven Spielberg hatte vor kurzem ein tolles Video (Link) gepostet. Er sagt, dass diese Stimme sehr leise ist. Eigentlich flüstert sie.

Und genau das ist. Die innere Weisheit ist sehr leise. Sie ist nicht zu hören, wenn wir lautstark die Werbetrommel rühren und Tschakka rufen. Sie ist auch nicht zu hören, wenn wir uns im ständigen Wettkampf nach mehr, größer, besser, höher und schneller befinden.

Unsere innere Weisheit

  • Spricht sehr leise oder flüstert gar nur
  • Kennt ganz genau den nächsten Schritt
  • Diskutiert nicht
  • Hat keine Sorgen vor der Zukunft
  • Lässt die Vergangenheit ruhen
  • Bewertet nicht
  • Weiß, dass du alles hast, was du für dein Wohlbefinden benötigst
  • Vermutet nicht, sondern weiß
  • Ist immer da
  • Nimmt alles nicht so ernst

Von innen nach außen

Auch wenn wir irgendwann verlernt haben, unserem eigenen GPS zu vertrauen, ist die Entscheidung ein Leben von innen nach außen zu führen, jene, die uns das größte Wohlbefinden bringt. Aber sie hat noch mehr im Gepäck. Da ist auch Gesundheit, Erfolg, Sicherheit und noch vieles mehr.

Das mag dir jetzt im ersten Moment wie eine Wunderwaffe vorkommen. Ja, das ist es auch. Den Schritt zu wagen und diesen Weg zu gehen, macht vielleicht im ersten Moment Angst. Sobald du jedoch den Mut aufbringst und siehst, was alles passiert, wenn du dir selbst vertraust, wirst du dich fragen, warum du nicht schon viel früher damit begonnen hast.

Denn, wenn wir unser Leben selbst in die Hand nehmen und etwas von bleibendem Wert schaffen wollen, müssen wir früher oder später lernen, Vertrauen zu fassen. Wir brauchen unsere Verantwortung nicht auf die Schultern Anderer laden oder herumsitzen und warten, bis das Schicksal es doch auch mal mit uns gut meint.

Wir brauchen einfach nur Vertrauen fassen zu der unermesslichen Kraft, die in uns steckt und davon Gebrauch machen. Wenn wir das tun und aufhören in Nachbars Garten zu schielen und andere nachzueifern, kommen die Dinge von ganz alleine in Gang.

Alles Liebe

Silvia

P.S. Hast du Zugang zu deiner inneren Stimme? Hast du bereits ausreichend Vertrauen in deine innere Kraft und du dich zu 100 % auf sie verlassen kannst? Welche Erfahrungen hast du mit dem Vertrauen gemacht?

Hinterlasse einen Kommentar, ich bin sehr gespannt, was du zu erzählen hast.

Foto oben: Stockfoto-ID: 434713213

 

2017-04-26T15:41:30+00:00

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