Und jetzt? Auf den Spuren nach dem Sinn

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3 wichtige Fragen für die Suche nach dem Sinn

Wer bin ich

Was kann ich

Was will ich

 

Rebecca sieht auf ihren Bildschirm. 300 unbeantwortete E-Mails. Plötzlich wird die Türe aufgerissen. „Rebecca, wo bleibst du. Das Meeting fängt schon an.“ Sie nimmt einen tiefen Seufzer, packt die wichtigsten Unterlagen zusammen und hetzt hinter ihrem Kollegen ins Besprechungszimmer. Dort sitzen bereits sieben weitere Kollegen. Wieder einmal ist sie die einzige Frau in der Besprechung. Die Kollegen lachen, erzählen sich ihre Erlebnisse vom Wochenende und begrüßen sie beiläufig mit einem Kopfnicken. Rebecca sieht auf die Uhr. Es ist 15 Uhr. Das Meeting ist bis 18.00 anberaumt. Sie weiß aber jetzt schon. Das wird ein langer Abend.

 

Rebecca ist 45 Jahre. Seit zehn Jahren arbeitet sie in einem Unternehmen als Leiterin der Personalabteilung.

Und eigentlich macht ihr der Job viel Freude. Eigentlich.

Wären da nicht die vielen Überstunden. Die endlosen Meetings, die zu keiner Entscheidung führen. Die Vorgaben von „oben“, die für sie immer öfter nicht nach vollziehbar sind.

Warum tut sie sich das an? Ist es das, was sie sich immer gewünscht hat? Will sie so die nächsten 20 Jahre arbeiten?

Das sind Fragen, die immer wieder in ihrem Kopf kreisen.

Gute Ausbildung. Finanziell abgesichert. Kinder aus dem Haus.

Und jetzt?

 

Vor 30 Jahren stellten sich diese Frage jene Frauen, die sich tagein tagaus um ihre Familie kümmerten. Allerdings waren sie in den meisten Fällen finanziell von ihrem Mann abhängig. Da gab es wenig Alternativen.

Mittlerweile ist die Zahl der Hausfrauen zurück gegangen. Jetzt sind es berufstätige Frauen, die im Job „ihren Mann stehen“. Entscheidungen treffen. Geld verdienen. Und noch nebenbei den Haushalt führen und die Kinder groß ziehen.

Und in ihrer Lebensmitte stellen sie sich die Frage:

Und jetzt?

 

Will ich mir tatsächlich den Rest meines Lebens von meinem Chef anhören, welche Aufgaben ich noch nicht erledigt habe?

Von meinen Kollegen, was alles SO nicht geht.

Und von meinen MitarbeiterInnen, warum sie wieder einen Termin nicht einhalten konnten.

 

Mag einer einen noch so schönen Platz in einem Zugabteil gefunden haben, wenn er erfährt, dass der Zug in die falsche Richtung fährt, steigt er schleunigst wieder aus.

 

Was aber, wenn ich mitten im Leben stehe, mich umsehe und feststelle, dass es in die falsche Richtung geht.

Kann ich einfach so aussteigen? Darf ich das? Was sagt mein Partner / meine Partnerin dazu. Meine Familie, meine Freunde?

 

Was ist das Ziel unserer gesamten Lebensfahrt?

 

Das Leben verläuft heutzutage nicht mehr in vorgezeichneten Bahnen oder Rollen. War früher klar, dass man in seinem erlernten Beruf auch in Pension geht, ist das heute nicht mehr so. Der einmal erlernte Beruf mündet nicht mehr automatisch in ein lebenslanges Arbeitsverhältnis, und Kinder treten nicht mehr wie selbstverständlich in die Fußstapfen ihrer Eltern.

 

Mittlerweile sind nicht nur häufige Job-, sondern ganze Berufswechsel an der Tagesordnung. Die Arbeit soll aber nicht nur den Unterhalt finanzieren, sie soll auch Freude bereiten. Das Leben ist zu kurz um die Freude auf die Freizeit zu beschränken.

 

Wir wissen vielleicht noch, was wir nicht wollen. Die Heerscharen von Unzufriedenen im Beruf sprechen Bände. Aber wir wissen nicht, was wir wollen. Wir wissen nicht, was wir können. Wir wissen nicht, wie wir unser Leben gestalten sollen, damit wir glücklicher und zufriedener sind. Wir haben es nie gelernt.

 

Schlimmer noch, wir trauen es uns nicht zu. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Lieber irgendeinen Job als gar keinen Job.

 

Wenn wir uns in der Welt umsehen, sollte uns aber eines klar sein. Die Freiheit ist ein Privileg und keine Qual.

 

„Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie.”  (Friedrich Nietzsche)

 

Machen Sie sich auf die Suche nach dem „Warum“. Da hilft es zuerst einmal zu wissen, wer man selbst ist.

 

3 wichtige Fragen bei der Suche nach dem Sinn

 

Wer bin ich?

 

Die Frage stellt sich immer wieder. In Krisen, Übergangszeiten, Zeiten von Veränderung und Wandel. Auf der Suche sind wir heutzutage permanent.

Rollenmuster geraten ins Wanken, Gesellschaftsformen lösen sich auf, Berufsbilder verändern sich oder werden neu geschaffen. Freundeskreise wechseln sich ab, Partner kommen und gehen, Arbeitskollegen entschwinden wieder im Takt der neuen Flexibilität.

 

Übung:  Sich mit den Augen eines anderen sehen

 

Wechseln Sie die Perspektive und versuchen Sie, sich mit den Augen eines anderen zu sehen.

Stellen Sie sich vor, ein wildfremder Mensch begleitet Sie einen Tag lang unsichtbar durch Ihr Leben. Sie können ihn nicht sehen. Aber er kann Sie sehen.

 

Und jetzt beschreiben Sie, was Sie sehen.

 

  • Was tragen Sie?
  • Lächeln Sie viel? Oder schauen Sie meistens angestrengt?
  • Reden Sie laut oder leise?
  • Gehen Sie schnell oder langsam?
  • Sind Sie ordentlich oder unordentlich

 

Am wirkungsvollsten ist diese Übung, wenn Sie sie schriftlich durchführen.  Schreiben Sie auf, was Ihr unsichtbarer Gefährte wahrnimmt.

Also z.B. Herr/Frau Müller, Meyer oder wie Sie heißen, begrüßt uns jeden morgen mit einem Lächeln auf den Lippen. Ihr Schreibtisch sieht etwas chaotisch aus, aber sie findet immer alle Unterlagen. Und so weiter, und so fort….

Jetzt sind Sie an der Reihe.

 

 Was kann ich?

 

Zumeist fällt es uns leichter, diese Frage für jemanden anderen zu beantworten. Ohne Probleme entdecken wir bei unserer Freundin, Partner, Kollegin Dinge, die er/sie besonders gut kann.

 

Nur bei uns selbst fällt es uns nicht so leicht. Wir wissen es nicht. Oder wissen es schon, trauen es aber nicht zu sagen. Von klein auf wurden wir gut erzogen und uns wurde eingetrichtert, dass wir nicht prahlen sollen. Wir uns auf jene Dinge konzentrieren sollen, die wir NICHT können. Es da draußen so viele Menschen gibt, die alles besser können als wir.

 

Das hilft uns aber bei der Suche nach dem „Warum“ und nach dem Selbst gar nicht weiter.

Um neue Wege einschlagen zu können, müssen wir zuerst wissen was wir können.

 

Übung: Ich kann …

 

Nehmen Sie sich einen Zettel, setzen Sie sich in ein stilles Eck und fragen Sie sich einmal: Wann sind Sie motiviert? Was macht Ihnen Spaß? Was geht Ihnen leicht, fast fließend von der Hand?

Vervollständigen Sie dazu folgende Sätze

  • Ich kann …
  • So richtig gut bin ich …
  • Ich hab ein Händchen für …
  • Es fällt mir leicht zu …
  • Ich beherrsche …

Und auch:

  • Ich bin stolz darauf …
  • Ich freue mich darüber …
  • Ich habe erreicht im Leben …
  • Ich wurde schon einmal dafür gelobt …

 

Wenn Ihnen diese oder ähnliche Übungen fremd sind, werden Sie feststellen, dass Ihnen zu Anfang vor allem einfällt, was Sie alles NICHT können. Geben Sie nicht auf und konzentrieren Sie sich darauf, was Sie alles können. Ich bin mir sicher, das ist eine ganze Menge!

 

 Was will ich

 

Das zu beantworten ist fast noch schwieriger. Meistens wissen wir, was wir nicht wollen. Das ist schon mal ein guter Anfang, führt uns aber nicht zu Ziel.

Darf ich überhaupt sagen was ich will? Bisher haben mir doch immer die anderen gesagt, was ich zu wollen habe.

Ja, Sie dürfen. Und sollen.

 

Bereits in meinem Artikel Zielsicher? So treffen Sie ins Schwarze habe ich darüber geschrieben, wie wichtig es ist Ziele zu haben und wie Sie diese erreichen.

 

Um heraus zu finden, was Sie wollen, benötigen Sie Ziele. Sie müssen wissen, in welche Richtung Sie gehen wollen, wo Ihr Zug hinfahren soll. Sonst landen Sie plötzlich am Arktischen Meer obwohl sie eigentlich in die Karibik wollten.

 

Übung: Reisen Sie noch einmal in Ihre Kindheit und Jugend.

 

Versuchen Sie, sich alte Bilder und Träume in Erinnerung zu rufen. Als Kind waren Sie noch direkter mit Ihren Wünschen und Bedürfnissen verbunden als Erwachsener. Als Erwachsener haben wir zu oft ein „Ich muss“ im Kopf, weniger „Ich will“.

Also probieren Sie es und stellen Sie sich als Kind vor und beantworten Sie folgende Fragen:

 

  • Wovon haben Sie als Kind geträumt?
  • Wie haben Sie sich Ihr Erwachsenenleben vorgestellt?
  • Was hätten Sie am liebsten getan, wenn Sie die Möglichkeit dazu gehabt hätten?

 

Wirkungsvoll ist diese Übung, wenn Sie wie in Übung 1 aus sich heraus treten und sich das Kind oder Teenager vorstellen und Fragen stellen:

 

  • Was willst Du werden, wenn Du mal groß bist? (Indianer, Astronaut, Tänzerin …)
  • Was kann Dich stundenlang in Bann halten? (Bücher, Autos, Eisenbahnschranken)
  • Welche Sehnsucht treibt Dich an? (Durchbrennen, Auswandern, Menschen helfen)
  • Welche Bilder und Träume hast Du im Kopf? (Das Häuschen am Meer, eine jubelnde Menschenmenge …)
  • Und so weiter, und so fort.

 

Halten Sie diese Ergebnisse wieder schriftlich fest. Vielleicht erleben Sie eine Überraschung und Sie erinnern sich an einen alten, längst vergessenen Kindheitstraum.

 

„Wir leben in einer Zeit vollkommener Mittel und verworrener Ziele“ (Albert Einstein).

 

Sich diesen drei Fragen zu stellen erfordert Mut. Nicht immer möchte man sehen, was dadurch ans Tageslicht gebracht wird. Und es verlangt uns ab, plötzlich eigene Entscheidungen zu treffen. Der Sinn unseres Lebens liegt nicht in Nachbars Garten vergraben. Er liegt in uns. Und nur wir können unserem Leben Sinn geben.

Haben Sie den Mut und fangen Sie an. Der Lohn ist mehr Zufriedenheit und Freude im Leben. Und das wünsche ich mir für Sie.

 

 

FAZIT:

Die Frage nach dem Ziel ist zugleich die Frage nach dem Sinn.

Denn unter Sinn verstehen wir das, WOZU etwas da ist. WARUM wir etwas tun.

 

 

Fällt es Ihnen schwer diese Fragen zu beantworten? Benötigen Sie Unterstützung? Oder haben Sie noch Fragen?

Hinterlassen Sie mir einen Kommentar oder schreiben Sie mir eine E-Mail s.chytil@schwebebalken.at.

Ich freue mich auf Sie.

Silvia Chytil

 

 

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Ich freue mich, wenn Sie den Artikel teilen.

2017-03-11T19:55:35+00:00

2 Comments

  1. […] meinem Artikel “Und jetzt? Auf der Suche nach dem Warum” geht es noch ein Stück weiter. Hier finden Sie 3 Übungen, wie Sie sich auf die Spuren Ihres […]

  2. […] Verhaltensmuster ist so tief in uns verankert, dass wir es noch heute anwenden. Obwohl es keinen Sinn macht und uns nicht das Überleben […]

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