5 fatale Fehler, die du besser nicht in deinem Business machst.

Red Bull

Was du von Red Bull lernen kannst

Kennst du Red Bull? Klar kennst du Red Bull, jedes Kind kennt Red Bull. Und das auf der ganzen Welt. Und ich bin ein wahrer Fan von Red Bull. Nein, nicht von dem Getränk, dieses Gummi-Bären-Wasser mag ich gar nicht. Das Unternehmen fasziniert mich und natürlich auch der Kopf hinter der Marke, Dietrich Mateschitz.

Red Bull war vor Jahren mein Kunde und dadurch konnte ich etwas hinter die Kulissen schauen.

Die Faszination liegt für mich in der Tatsache, dass Dietrich Mateschitz aus einem kleinen Traum ein milliardenschweres Imperium aufbaute. Als er 1984 begann, gab es schon einige Energy-Drinks am Markt. Er war nicht der Erfinder des Getränks, nein! Er produziert es nicht einmal selbst. Trotzdem ist er unumstrittene Nummer 1 in den Köpfen der Menschen geworden. Und eigentlich gibt es nicht mal eine Nummer zwei oder drei. Oder kennst du noch eine andere starke Marke in diesem Segment?

Nur warum hat es Red Bull geschafft und viele andere nicht?

Und welchen Fehler machst du vielleicht, den Red Bull nicht gemacht hat?

Das sind die 5 fatalsten Fehler, die du in deinem Business machen kannst:

1.      Du gibst zu schnell auf

1982 war Dietrich Mateschitz in Asien unterwegs und war ganz begeistert von einem dort weit verbreiteten Energy-Drink namens „Krating Daeng“ übersetzt auf Deutsch „roter Stier“. Kurzer Hand kaufte er die Lizenzen und brachte die Idee nach Europa, genauer gesagt nach Österreich. 1984 gründete er das Unternehmen „Red Bull“, damals noch lange kein Überflieger. Erst 1992 kam der Stein langsam ins Rollen, also fast 10 Jahre später. In diesen Jahren sind sehr viel Zeit, Energie und vor allem Geld in das Unternehmen geflossen. Natürlich ohne Garantie, dass der Durchbruch jemals kommt.

„Marken haben Logenplätze im Gehirn.“ Das schreibt der Experte für Neuromarketing, Hans-Georg Häusel. Nur bis die Marke im Gehirn deiner Zielgruppe landet und sich dort festsetzt, dauert es einige Jahre.

Ein Unternehmen aufbauen, ganz gleich ob sich daraus ein Milliardenschwerer Konzern bildet oder ein Einzelunternehmen, von dem man gut leben kann, bedeutet einen langen Atem haben. Die meisten Unternehmen scheitern in den ersten ein bis fünf Jahren. Nämlich dann, wenn die Ressourcen Geld oder Energie verloren gegangen sind.

Ein profitables Business zu etablieren ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf.

Ein profitables Business zu etablieren ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. Klick um zu Tweeten

2.      Du legst dich nicht fest

Red Bull wurde 1984 in Fuschl am See in Salzburg / Österreich gegründet. Und auch über 30 Jahre später ist der Firmensitz an diesem beschaulichen Ort mit seinen ungefähr 1.500 Einwohnern. Auch wenn die Schweiz oder Monaco mit Steuerbegünstigungen lockt, New York oder Paris mondäner klingt und in Indien oder Ungarn der Stundenlohn niedriger wäre, blieb Dietrich Mateschitz mit seinem Unternehmen am Ort seines Ursprunges.

Auch hatte er nie das Design seines Logos verändert und der Werbeauftritt und Slogan „Verleiht Flügel“ besteht seit Anfang der 90er Jahre. Alle weiteren Ideen, die er umgesetzt hat, seien es Sport-Events, Sport-Mannschaften – und sogar sein Verlagshaus – haben sich dieser Corporate Identity unterworfen.

Den eigenen Auftritt, das Logo, den Slogan zu definieren ist natürlich nichts, was in fünf Minuten passiert. Bei manchen gelingt es schneller, bei manchen langsamer. Aber irgendwann muss der Tag kommen, wo alles in Zement gemeißelt und nichts mehr verändert wird.

Willst du dich in den Köpfen deiner Kunden festsetzen, musst zuerst du dich festlegen.

Und dann dabei bleiben!

3.      Du bleibst dir nicht treu

2001 hat Red Bull einen Hanger am Flughafen Salzburg gekauft, umgebaut und verwendet diesen fortan als Zuhause für Dietrich Mateschitz’s Sammlung historischer Flugzeuge. Der Hanger 7 (so heißt er) beinhaltet außerdem ein Restaurant mit wechselnden Spitzenköchen und kann auch für Veranstaltungen gemietet werden. Über den Mietpreis herrscht Stillschweigen, allerdings gibt es ein anderes, ganz wesentliches Merkmal, warum jemand den Hanger 7 mieten darf.

Nämlich nur dann, wenn ausreichend Presse bei dem Event vorhanden ist und dadurch Red Bull unbezahlte Werbung erhält. Also wenn du deine private Weihnachtsfeier dort planst – auch wenn du Tausende von Euros dafür bezahlen würdest – du wirst den Hanger 7 nicht mieten können.

Vor allem am Anfang sehen viele UnternehmerInnen nur den Euro, bei manchen bleibt das auch so. Sie tun alles, damit Geld in die Kassa kommt. Die Gefahr besteht allerdings, dass sie sich verkaufen und sich selbst und ihrer Strategie untreu werden. Wenn sie denn überhaupt eine Strategie haben …

Eine Strategie zu definieren, welche die Werte des Unternehmens vertritt, sollte daher ganz am Anfang der Unternehmensgründung stehen.

Einen ganz eigenen Stil entwickeln, authentisch sein und diesem Stil treu bleiben – das macht eine starke Marke aus.

4.      Du erfüllst keine Träume

Red Bull ist kein Energy Drink. Red Bull ist die Erfüllung von Buben-Träumen. Schnelle Autos fahren, coole Flugzeuge fliegen, Tore schießen. Sieger-Typen. Das was kleine Jungs immer schon machen wollten. Red Bull ermöglicht es ihnen.

Bei Apple ist es nicht anders. Apple verkauft keine Computer sondern das Versprechen einer besseren Welt. Als Jobs 2001 den iPod vorstellte, sagte er „Wir werden auf unsere Weise ein kleines Stück dazu beitragen, die Welt zu verbessern“. Während die meisten Leute den iPod als Musikabspielgerät betrachteten, sah Jobs ihn als Mittel zur Bereicherung des Lebens. Nun – ob Apple oder der iPod die Welt jetzt besser gemacht hat, darüber lässt sich streiten. Tatsache aber ist, dass Apple es geschafft hat, ein Gefühl zu verkaufen.

Das sind nur zwei Beispiele von starken Marken, die sich weniger um das Produkt den Kopf zerbrechen, als um die Emotionen der potenziellen Kunden.

Anstatt dir zu überlegen, welches Produkt du auf den Markt bringen kannst, überlege dir besser, welchen Traum du für deine KundInnen erfüllen kannst.

Produkte verkaufen können viele, Träume erfüllen nur wenige.

Produkte verkaufen können viele, Träume erfüllen nur wenige. Klick um zu Tweeten

5.      Du lässt Kleine nicht groß werden

Als ich vor Jahren für Red Bull Racing im britischen Milton arbeitete, konnte ich Zeugin eines, für mich überraschenden, Vorganges werden. Ich war an einem Montag dort und am Vortag gab es ein Formel 1 Rennen. David Coulthart, damaliger Fahrer, schied wegen einer technischen Panne aus. In seinem ersten Frust gab er in einem Interview dem Automechaniker die Schuld an seinem Ausscheiden.

Die Zentrale reagierte prompt. David Coulthart wurde umgehend nach Milton in die Werkstatt zitiert, wo er sich vor versammelter Mannschaft (ich war live dabei) entschuldigen musste und die Mechaniker für ihre gute Arbeit lobte.

Die Linie hier ist ganz klar. Nur im Team sind wir stark, einer alleine schafft gar nichts. Und auch wenn jemand einen noch so großen Namen hat, noch so viel Geld verdient, ist er nicht mehr wert, als der „kleine Mann“ im Hintergrund.

Eine starke Persönlichkeit an der Spitze ist Goldes wert, keine Frage. Aber mindestens genauso viel wert ist das Team, das im Hintergrund für dich arbeitet und zumeist weniger Lorbeeren erhält.

Und noch wertvoller ist es, wenn du nicht dich und dein Unternehmen ins Rampenlicht stellst, sondern wenn du es schaffst, deine Kunden auf ein Podest zu heben.

Verhilfst du ihnen dazu groß und stark zu werden, bist du der Auslöser, warum es ihnen im Leben jetzt so richtig gut geht, dann hast du die perfekte Positionierung in ihren Herzen und in ihren Köpfen erreicht.

Red Bull ist für mich das Unternehmen, an dem ich mir gerne ein Beispiel nehme und von dem ich lerne.

Welches ist es für dich? Hinterlass mir eine Nachricht, an welchem Unternehmen du dir ein Beispiel nimmst. Welcher Macher für dich ein Vorbild ist, dem du gerne nachfolgst.

Ich bin schon sehr gespannt.

Alles Liebe

Silvia

[embed_popupally_pro popup_id=“21″]

2017-03-17T13:09:31+00:00

24 Comments

  1. Beatrice 8. März 2016 at 7:55 - Reply

    Danke für diesen sehr informativen Artikel, der mir sofort wieder die Augen geöffnet hat. Ja, RED BULL ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, dass sich “ Dranbleiben“ und authentisch bleiben einfach lohnt.

    • Silvia Chytil, M.Sc. 8. März 2016 at 8:27 - Reply

      Liebe Beatrice,
      ja, stimmt – dranbleiben und authentisch bleiben fällt uns oft so schwer, obwohl es eigentlich das einzige Mittel ist, um wirklich ans Ziel zu kommen.

      Hast du irgendeinen besonderen Trick, um dich selbst zu motivieren und dran zu bleiben?

      Liebe Grüße
      Silvia

  2. gudrun 8. März 2016 at 9:15 - Reply

    Ein sehr inspirierender Artikel. Von solchen Unternahmen wie Red Bull oder auch Apple können wir sehr viel lernen – bzw. von den Menschen dahinter. Sie machen uns Mut. Mut dranzubleiben. Ich finde solche Geschichten sehr motivierend und ich sollte mir mehr Zeit nehmen solche Autobiographien zu lesen – denn da sieht man – dranbleiben lohnt sich. Jeden Tag die kleinen Schritte zu tun um dann sich immer mehr dem Ziel zu nähern.

    Einen erfolgreichen und motivierten Tag wünsch ich dir.

    liebe Grüsse
    Gudrun

    • Silvia Chytil, M.Sc. 8. März 2016 at 11:42 - Reply

      Liebe Gudrun,
      du hast so recht! Ein ganz wesentlicher Punkt, um erfolgreich zu sein, ist dran zu bleiben. Nicht zu früh aufzugeben. Es kostet zwar immer wieder Kraft sich neu zu motivieren – aber es lohnt sich.

      Was tust du, um dich immer wieder aufs Neue zu motivieren?

      Alles Liebe Silvia

  3. Birgit Quirchmayr 8. März 2016 at 10:02 - Reply

    Liebe Silvia, sehr inspirierender und motivierender Artikel. Ich wusste nicht, dass es so lange gedauert hat, bis Red Bull den Durchbruch hatte. Liebe Grüße Birgit

    • Silvia Chytil, M.Sc. 8. März 2016 at 11:43 - Reply

      Liebe Birgit,

      ja, das hat eine ganze Weile gedauert. Und es hat sich gelohnt, nicht aufzugeben :-).

      Wünsche dir ganz viel Durchhaltevermögen !

      Alles Liebe
      Silvia

  4. Dorothy 8. März 2016 at 12:41 - Reply

    Liebe Silvia, bei Red Bull kann man sich ein Stück abschneiden. Mein Vorbild ist Herbalife. Damit kann Ich mich gleichstelle. Doch da Ich schon lange in Frühpension bin, schaffe Ich das Marketing nicht. Hoffe doch das Ich noch den Durchbruch schaffe. lg Dorothy

    • Silvia Chytil, M.Sc. 8. März 2016 at 14:33 - Reply

      Liebe Dorothy,
      ja da gibt es einige erfolgreiche Unternehmen, von denen wir uns einiges abschauen können.

      Ich wünsche dir alles Gute und dass du bald deinen Durchbruch schaffst!

      Liebe Grüße
      Silvia

  5. Günther 8. März 2016 at 14:30 - Reply

    Ja und Treue gegenüber seinen Geschäftspartnern und Kunden ist für mich ein ganz wesentliches Kriterium des lang anhaltenden Erfolges.
    Wie Du, liebe Silvia, bereits im Artikel geschrieben hast, ist Didi Mateschitz seinem Standort Fuschl treu geblieben. Meines Wissens hat er noch immer die Raiffeisen-Bank (diese war sein erster Geldgeber) und Rauch (die haben ihm die „Dosen“ abgefüllt).

    Als weiteres Unternehmen fällt mir Nespresso ein, jedoch von der Kundenbindung von klein auf, auch Mc Donalds. Die schaffen es sogar mit EINER LInie seit Jahrzehneten zu punkten. Wenn Du dort hin Essen gehst, weißt Du was Dich erwartet – und dies weltweit. Außerdem hat Mc Donalds es geschaftt, deren ungesundes Essen, als gesund zu verkaufen.

    • Silvia Chytil, M.Sc. 8. März 2016 at 14:36 - Reply

      Lieber Günter,
      du hast vollkommen recht – Treue seinen Partner und Kunden ist ein ganz wesentlicher Punkt. Sie sollen sich darauf verlassen können und Sicherheit haben, dass sie langfristig (nachhaltig) das bekommen, was wir ihnen versprechen.

      Das mit der Bank wusste ich gar nicht – aber das zeigt, wie sehr sie sich selbst treu bleiben.

      Auch Nespresso und Mc Donalds sind gute Beispiele. Mir fallen da auch noch Apple oder Coca Cola ein.

      Ja, die Kunst ist es mit nur einem Produkt im Kopf der Kunden Nummer 1 zu werden und alles rund herum darauf aufzubauen.

      Danke für deine Beispiele :-).

      Liebe Grüße
      Silvia

  6. Gabriela 9. März 2016 at 8:20 - Reply

    Sehr inspirierend und Augen öffnend – danke liebe Silvia!
    Ich werde weiterhin dranbleiben 🙂
    LG und auf gehts, Gabriela

    • Silvia Chytil, M.Sc. 9. März 2016 at 8:22 - Reply

      Liebe Gabriele,

      bitte gerne – freue mich, dass dir der Artikel gefallen hat :-).

      Liebe Grüße
      Silvia

  7. Alex 9. März 2016 at 10:03 - Reply

    Sehr schöner Artikel! Nur heisst der „Dieter“ nicht „Dieter“ 🙂
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Mateschitz

  8. Chantal Perrinjaquet 10. März 2016 at 17:56 - Reply

    Hallo Silvia

    Vielen Dank für diesen sehr anregenden Artikel. Mir gefällt Deine Art, von anderen Erfolgreichen zu lernen. Wir alle sollten das öfter machen. Ich zähle mich auch dazu.

    Herzlich, Chantal

    • Silvia Chytil, M.Sc. 10. März 2016 at 18:05 - Reply

      Liebe Chantal,
      danke für deine lieben Worte :-).

      Du hast recht, wir können so viel lernen und uns damit einige Umwege ersparen :-).

      Alles Liebe
      Silvia

  9. […] geführt, habe mit anderen Unternehmer gesprochen und viele Bücher dazu gelesen. Seien es große Unternehmen, die erfolgreich ihren Weg gegangen sind oder Ein-Personen-Shows, die sich durch den Dschungel des […]

  10. Doris 12. April 2016 at 13:23 - Reply

    Hallo Silvia,
    ich versuche mich gerade in der Selbständigkeit und werde mir die 5 Fehler immer wieder ins Gedächtnis rufen – danke dafür.
    Übrigens: toll deine Seite – lese ich immer wieder gern und hol mir auch öfter mal Tipps;-)
    Alles Liebe
    Doris

    • Silvia Chytil, M.Sc. 12. April 2016 at 17:56 - Reply

      Liebe Doris,

      schön, dass du vorbei schaust :-).

      Und für deine Selbstständigkeit wünsche ich dir alles Gute!

      Liebe Grüße
      Silvia

  11. Claudia 16. April 2016 at 14:54 - Reply

    Liebe Silvia,
    Bisher habe ich immer hin und her überlegt, was ich verbessern kann, ob ich diesmal die falschen Artikel gekauft habe, ob das Wetter schuld ist, wenn ich nicht genug verkauft habe usw….
    Es geht gar nicht um die Ware selbst, die ich verkaufe, sondern ob es etwas Besonderes ist, dass die KUNDEN zu UNS, also in MEIN Geschäft kommen, das Erlebnis und das Gefühl dabei, hier in unserem Geschäft gekauft zu haben. So habe ich diese Geschichte und den Werdegang von RedBull auf mich bezogen. Also muss ich anfangen zu überlegen, was ich anders machen kann, in dem ich den Kunden ein Einkaufsgefühl gebe, bei mir ganz besonders gut aufgehoben, bedient, wahrgenommen zu werden. Stimmts?
    LG
    Claudia

    • Silvia Chytil, M.Sc. 16. April 2016 at 23:28 - Reply

      Wow Claudia – großartig!

      Ja genau das ist es. Deinen Kunden etwas ganz besonderes bieten, etwas was sie nur bei dir bekommen und sonst nicht.
      Damit machst du dich unverwechselbar!

      Gib deinen ganz besonderen Touch in dein Geschäft und es wird zum Einkaufserlebnis.

      Bin gespannt, was du dir einfallen lässt :-).

      Alles Liebe
      Silvia

  12. Claudia 17. April 2016 at 12:46 - Reply

    Nu sitz ich hier, ich armer Thor und bin so schlau wie schon zuvor….o.ä.
    Das ist eine ganz harte Nuss!!!
    Grübel, grübel….
    LG
    Claudia

    • Silvia Chytil, M.Sc. 17. April 2016 at 16:57 - Reply

      Liebe Claudia,

      wo hängst du denn jetzt? Was ist eine harte Nuss?

      Liebe Grüße
      Silvia

  13. […] wenn wir das tun, was wir wirklich gerne machen, müssen wir mit Rückschlägen und Niederlagen umgehen […]

Leave A Comment