5 Punkte, die dir zeigen, ob Selbständigkeit das Richtige für dich ist

Selbständig

Immer mehr Menschen machen sich selbständig. Freiwillig oder aus der Not heraus. Und die Bilder und Geschichten erfolgreicher Unternehmer locken. Viel Geld, arbeiten am Strand, tun und lassen, was man möchte. Doch der Schein trügt. Denn nicht jeder hat das Zeug zum Unternehmer. Für manche ist es ein Graus sich und sein Produkt zu verkaufen. Oder mit vielen Menschen in Kontakt zu treten. Nicht jeder bringt erforderliche Fähigkeiten mit und manchen fehlt schlichtweg das Wissen. Dann passiert das, was passieren muss. Der große Traum zerplatzt und über bleibt ein großer Schuldenberg.

Drum prüfe, wer sich ewig (als UnternehmerIn) bindet. 

Freiheit.
Unabhängigkeit.
Geld verdienen im Schlaf.
Dem Leben Sinn geben.
Arbeiten wo und wann man möchte.

Ach, klingt das herrlich.

Und das alles ist möglich. Für dich. Für mich. Für uns.

Wir müssen uns nur Selbständig machen. Und schon ist alles gut und das Leben ein einziger Freudentanz.

 

Oder doch nicht?

Vielleicht stehst du ganz am Anfang. Vielleicht hast du aber auch schon einige Jahre hinter dir. Und du merkst – hmmm – irgendwie – ja, ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Und ich kann es wirklich schon nicht mehr hören.

Dieses Gelabber von

  • Wie ich 1000 E-books in nur 2 Stunden verkaufte.
  • Wie ich über Nacht zum Millionär wurde.
  • Wie ich im Bikini sechsstellige Umsatzzahlen generiere.

Jetzt kannst du sagen, bist ja nur neidisch, weil du das nicht hast.

Stimmt vielleicht! Wenn du das alles hast – dann gratuliere ich dir von Herzen! Und schicke mir bitte eine kurze E-Mail. Dann kenne ich zu mindestens eine Person, die das erreicht hat.

Denn bis dato kenne ich niemanden, dem das gelungen ist.

Wenn du dir Selbständigkeit so vorstellst, dass du nur 4 Stunden in der Woche arbeiten musst, dass du bereits in den ersten sechs Monaten mehrere tausende Euros verdienst und du nur zuhause sitzen brauchst und das Geld rinnt dir beim Dach herein, dann frage dich doch bitte, ob die Selbständigkeit wirklich das Richtige für dich ist.

Ich will dich nicht desillusionieren (naja, ok, vielleicht ein bisschen), aber ein Unternehmen gründen und gut davon leben können, braucht einfach etwas, nein, es braucht viel mehr, als sich das Leben rosarot zu träumen.

Nicht jeder ist für die Selbständigkeit geschaffen.

Es gibt genug Menschen, für die das Unternehmertum nicht das Richtige ist. Das ist auch nicht schlimm.

Schlimm wird es erst, wenn sie eigentlich dafür nicht geschaffen sind und es trotzdem unbedingt tun wollen. Das kann dann sehr viel Geld, Zeit und Energie rauben.

Bist du dafür geschaffen?

An diesen 5 Punkten merkst du, ob die Selbständigkeit das Richtige für dich ist:

1. Du hast ein ausreichend finanzielles Polster

Für mich ist das der Hauptgrund, warum Unternehmen scheitern. Geldmangel.

Frei und unabhängig funktioniert nur, wenn wir nicht jeden Cent fünfmal umdrehen müssen, wir unsere Miete rechtzeitig bezahlen und in unser Business investieren können.

Ein Unternehmen gründen und wissen, dass in spätestens drei Monaten die finanzielle Rücklage aufgebraucht ist, mutet etwas realitätsfremd an.

Ich will nicht sagen, dass es unmöglich ist. Wenn wir ausreichend Kunden mitbringen, wir die gesamte Infrastruktur bereits zur Verfügung haben und über das gesamte Wissen (Betriebswirtschaft, Marketing, Verkauf, Technik, etc. ) verfügen, dann kann das klappen.

Beginne wir aber von Grund auf neu, dann ist ein finanzielles Sicherheitsnetz von Nöten. Und dieses ist auch fortlaufend notwendig.

Damit wir investieren können, Urlaube und Krankenstände überstehen und uns ein gutes Leben leisten können.

 

Existenzängste sind schlechte Ratgeber. Klick um zu Tweeten

 

Wenn du immer in Geldnöten bist, überlege dir, ob es für dich nicht sinnvoller ist, die Selbständigkeit nur nebenberuflich auszuüben. Existenzängste sind immer ein sehr schlechter Ratgeber und mit einem fixen Einkommen lebt es sich entspannter.

Wenn Sie einen Dollar in Ihr Unternehmen stecken wollen, so müssen Sie einen weiteren bereithalten, um das bekannt zu machen. (Henry Ford)

2. Du hast Ausdauer und Durchhaltevermögen

Manchmal fühlt sich unser Unternehmer-Dasein einfach nur anstrengend an.

Was uns an manchen Tagen beflügelt – neue Ideen umsetzen, mit Kunden arbeiten, neue Produkte schaffen – kann uns an manchen Tagen wie Schwerstarbeit vorkommen.

Auch wenn wir das tun, was wir wirklich gerne machen, müssen wir mit Rückschlägen und Niederlagen umgehen können.

Ein Kunde zahlt nicht. Ein Produkt floppt. Oder einfach unser Energiepegel ist auf Tiefststand.

Und plötzlich wollen wir alles hinschmeißen. Fragen uns, ob das alles überhaupt Sinn macht. Es den ganzen Aufwand wert ist.

Das ewige Auf und Ab ist wahrlich nichts für schwache Nerven.

Wir brauchen ausreichend Resilienz und Durchhaltevermögen, um nach Niederlagen wieder schnell auf die Beine zu kommen.

Nicht am Boden liegen bleiben, sondern aufstehen, in die Hände spucken und auf geht es in die nächste Runde.

Ich bin davon überzeugt, dass reines Durchhaltevermögen schon die Hälfte von dem ausmacht, was erfolgreiche und nicht erfolgreiche Entrepreneure voneinander unterscheidet. (Steve Jobs)

3. Du bist bereit mehr zu geben als Andere

Und da ist es wieder. Reich über Nacht. Mit nur 4 Stunden Arbeit in der Woche. Und das alles am Strand.

Das spielt es nicht – ehrlich!

Wenn ich mir so meine Arbeitswochen ansehe, dann komme ich locker auf 60 – 70 Arbeitsstunden pro Woche. Mal mehr, mal weniger.

Ja, ich kann es mir einteilen, ob ich am Wochenende arbeite und dafür mal einen sonnigen Nachmittag lieber in der Hängematte verbringe. Nur getan werden muss die Arbeit.

Unternehmertum ist kein 9 to 5 Job. Sondern es ist wirklich harte Arbeit und verlangt dir sehr viel ab.

Auch wenn du viel arbeiten musst und wirklich bereit bist, viel zu geben, heißt es nicht, dass du selbst & ständig arbeiten sollst.

Bau dir ein Netzwerk auf, schaffe dir ein Team, das dich unterstützt und konzentriere dich auf die wesentlichen Dinge. Das alles hilft dir dabei, zwar viel zu arbeiten, dabei aber nicht unterzugehen.

Es ist nicht verkehrt, klein zu bleiben. Mit einem kleinen Team kannst du Großes erreichen. (Jason Fried, Gründer von 37signal)

4. Du bist ein Macher-Typ

Wie viele großartige Ideen liegen in deiner Schublade?

Ärgerst du dich, dass Andere „deine“ Ideen umsetzen und an dir vorbeiziehen?

Die Ideen sind zumeist nicht das Problem. Das Problem liegt eher in der Umsetzung.

Was hält uns oft vom Umsetzen ab?

In vielen Fällen sind es Selbstzweifel und damit verbunden der Hang zum Perfektionismus.

Wir glauben nicht an uns und unser Produkt oder unsere Dienstleistung. Wir sind nicht davon überzeugt, dass unsere Idee einen wirklichen Nutzen stiftet und zögern daher, sie auf den Markt zu bringen.

Unternehmertum bedeutet etwas unternehmen. Etwas tun.

Wir müssen uns Ziele setzen, diese planen und sie vor allem dann auch in die Realität bringen. Und das immer und immer wieder.

Die entscheidende Zutat [für Erfolg] ist, deinen Arsch hochzukriegen und etwas zu tun. So einfach ist das. Viele Menschen haben Ideen, aber nur wenige entscheiden sich, sie auch anzugehen: nicht morgen, nicht nächste Woche, sondern heute. Ein wahrer Entrepreneur ist ein Macher, kein Träumer. (Nolan Bushnell, Entrepreneur)

5. Du liebst es zu verkaufen

Ui – da ist es. Das Unwort.

Nein, ich will mich nicht vermarkten. Ich bin keine gute Verkäuferin. Ich will nicht aufdringlich sein.

Warum willst du dann selbständig sein?

Denn, wenn wir nichts verkaufen, werden wir in der Regel nichts verdienen. So einfach ist das.

Nicht jeder ist der geborene Verkäufer, aber jeder kann verkaufen lernen. Und das ist etwas, was wir als UnternehmerInnen können müssen.

Unter verkaufen meine ich nicht „über den Tisch ziehen“, „keilen“, „verhökern“.

Denn ich will nicht von einer „guten“ Verkäuferin beraten worden sein und dann zuhause merken, dass mir keines der Kleider passt, die ich gerade gekauft habe.

Verkaufen heißt für mich: Nutzen stiften, zuhören können, ehrlich bleiben, freundlich bleiben und richtige Fragen stellen.

Und wenn wir das alles tun, dann ist verkaufen eine wunderbare Sache! 🙂

Es bringt dir heutzutage in der Geschäftswelt nichts mehr, ein kreativer und origineller Denker zu sein, wenn du nicht auch in der Lage bist, zu verkaufen, was du kreierst. (David Ogilvy )

Sich selbständig zu machen, um nur noch seiner Leidenschaft zu frönen, vom ungeliebten Job zu flüchten oder über Nacht reich zu werden, sind nicht die besten Vorraussetzungen um langfristig erfolgreich am Markt zu bestehen. Der Sprung ins kalte Wasser der Selbstständigkeit kann für viele doch recht ernüchternd sein. Solltest du dir unsicher bist, ob du das das Zeug zum Unternehmer hast, dann lass dich beraten, hol dir Unterstützung, bau dir Wissen und Kompetenzen auf oder beginne erstmals nur nebenberuflich. Dann kann es langsam wachsen und du erlebst kein böses Erwachen.

[embed_popupally_pro popup_id=“21″]

2017-03-11T19:55:29+00:00

7 Comments

  1. Angelika 13. Mai 2016 at 7:27 - Reply

    Liebe Sivlia,
    sehr auf den Punkt gebracht! 🙂
    Liebe Grüße
    Angelika

  2. Daniel Mulec 13. Mai 2016 at 13:23 - Reply

    Hallo Sylvia,

    Ein echt hervorragender Beitrag!

    Ich möchte unbedingt selbstständig sein, und möchte WeWillWork dazu als Sprungbrett nutzen.

    Ich muss zugeben, an Schritt 5 scheitert es noch vorerst an mir, denn vor dem verkaufen habe ich noch fürchterliche Angst.

    Dafür habe ich aber schon unter anderem das Buch „To sell is human“ von Daniel Pink auf meiner Leseliste, damit ich mich in dem Bereich auch noch umpolen kann.

    Hast Du für Verkauf Bücher und Kursempfehlungen?

    Liebe Grüße aus Cork,
    Daniel

    Dazu

    • Chytil Silvia 13. Mai 2016 at 13:51 - Reply

      Hallo Daniel,

      ich kann das gut verstehen mit der Angst. Sie vergeht auch mit der Zeit. Wenn du klar weißt, was du anbietest und wem du wirklich einen Nutzen bringst, wirst du selbstsicherer.

      Kurse kenne ich leider keinen.
      Ein Buch kann ich dir empfehlen:
      Verkaufe dein Produkt, nicht deine Seele: Kunden ernst nehmen – Verkaufschancen erhöhen – Gespräche führen ohne Druck
      von Gaby S. Graupner

      Aber vielleicht kennt ja noch jemand ein anderes empfehlenswertes Buch zum Thema Verkauf :-).

      Alles Liebe
      Silvia

  3. Trixi Hoferichter 14. Mai 2016 at 12:43 - Reply

    Liebe Silvia,

    ein toller Artikel!

    Auch ich als Rechtsanwältin habe immer wieder Mandantinnen und Mandaten, die gerne selbstständig arbeiten bzw. arbeiten möchten…. aber nicht allen gelingt es. Daher rate ich immer, lasst Euch gut beraten – und zwar BEVOR ihr anfangt!

    Liebe Grüße

    Trixi Hoferichter

    • Silvia Chytil, M.Sc. 16. Mai 2016 at 11:09 - Reply

      Liebe Trixi,

      ja leider scheuen viele, Geld in eine Beratung zu investieren. Was ich wirklich schade finde, denn eine falsche Entscheidung kann enorme Kosten verursachen. Und das könnte man vorher oft abwenden.

      Alles Liebe
      Silvia

  4. […] Bis ich im Frühjahr das erste Mal das Gefühl bekam, erschöpft zu sein. Plötzlich machte es gar keinen Spaß mehr. Im Gegenteil, ich empfand meine Arbeit als riesengroße Belastung. Es ging sogar soweit, dass ich ernsthaft darüber nachdachte, alles hinzuschmeißen und mir wieder einen Job zu suchen. Dort hatte ich wenigstens eine gesetzliche 40-Stunden Woche und 5 Wochen Urlaub im Jahr. Plötzlich war ich da wieder drinnen – im vielzitierten „Hamsterrad“. Und ging der Frage nach, ob das Selbständige das Richtige ist. […]

Leave A Comment