The Inner Game of Life – Wenn ich das schon früher gewusst hätte – Teil 1

Teil 1: Unsere Gefühle sind NICHT unser Inner Guide

In dieser 3-teiligen Serie erzähle ich dir über meine Erkenntnisse, die ich im Zuge meiner Ausbildung zum Transformative Coach bei Michael Neill in Los Angeles erkannt habe, über das „Inner Game of Life“ und wie viel mir erspart geblieben wäre, hätte ich das alles schon früher gewusst.
Teil 1: Unsere Gefühle sind NICHT unser Inner Guide

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Die lange Suche

Seit über 20 Jahren beschäftige ich mit Veränderungen. Wie kann sich der Mensch so verändern, damit er ein angenehmes Leben führen kann. Natürlich ging es zuerst mal um mich. Ich hatte das Gefühl, ich müsste mich verändern, denn so, wie ich mein Leben führte, war es vor allem eines: Anstrengend. 

Ich wusste, dass Leben auch anders ging. Ich konnte es oft genug bei anderen Menschen sehen. Mit welcher Leichtigkeit sie ihr Leben führten und wie ihnen scheinbar alles gelingt. 

Das wollte ich auch!

Aber offensichtlich war das nicht in meinen Karten. Scheinbar hatte ich das Los gezogen, ein beschwerliches Leben führen zu müssen. 

Über viele Jahre hinweg war ich deswegen schlechter Laune. Ich war gehetzt. Ich war gestresst. Alles fühlte sich schwer an. 

 Da mir schon sehr früh in meinem Leben klar war, dass wir selbst für uns verantwortlich sind und wir unser Leben steuern können, war ganz klar: ICH bin schuld, dass ich es nicht schaffe, mir ein angenehmes Leben zu gestalten. Also versuchte ich alles aus, was ich finden konnte. Ich meditierte, befragte die Sterne, studierte Psychologie. Ich bezeichnete mich selbst als Suchende. Irgendwo musste der Schlüssel verborgen sein. Aber wo?

Alle Techniken, die ich lernte, funktionierten auch. Für kurze Zeit. Ich arbeitete an meinen Glaubenssätzen, konnte manche auch auflösen. Bis der nächste mir mein Leben erschwerte. Natürlich gab es Zeiten, in denen ich mich sehr gut fühlte. Aber meistens dauerte es nicht lange und die schlechte Laune, die Depressionen kamen zurück. 

Ich verzweifelte. Vor allem an mir. Denn ganz offensichtlich war ICH nicht in der Lage, mich besser im Griff zu haben. Ganz offensichtlich war ich noch immer nicht gut genug, um ein gutes und entspanntes Leben führen zu können. 

Bis mir ein ganz neuer Ansatz in die Hände fiel. Allerdings ist das keine weitere Technik oder kniffliges Tool. Sondern es zeigte mir, wie Leben funktioniert. 

Vor ungefähr einem Jahr hielt ich das erste Mal das Buch von Michael Neill – Inside Out Revolution – in Händen. Ungefähr zur selben Zeit besuchte ich einen Workshop von Kathie Byron. Auf der einen Seite war ich begeistert von diesen beiden Personen und auch ihr Zugang und die Leichtigkeit, mit der sie mit Personen arbeiteten, faszinierte mich. Auf der anderen Seite stand in beiden Büchern nichts Außergewöhnliches drinnen. Ja klar – es sind meine Gedanken. Das wusste ich schon davor. Aber wie sollte ich meine Gedanken in Griff bekommen, damit ich mich auch leichter und entspannter fühlte? 

Erst mit der Zeit wuchs etwas in mir. Ich kann bis heute nicht sagen, was es war, aber ich erkannte eine Wahrheit darin. Eine Wahrheit, die ich damals nicht begreifen konnte. Jedoch wollte ich mehr davon, ich wollte es nicht mehr loslassen. So buchte ich mich für die Supercoach Academy bei Michael Neill ein.

Die erste Woche der Ausbildung fand im Jänner 2017 statt. Vieles, was er dort erzählte, hörte ich zwar, verstand es aber nicht. Immer wieder fiel ein Satz, wenn er über Menschen spricht, die sich damit mehr befassen – Nothing changed, but everything is different.

Es hat einige Zeit gedauert bis, ich das verstand. Denn heute kann auch ich sagen. Nothing changed, but everything is different.

Was hat sich für mich verändert?

Wohl gibt es (bisher) drei ganz entscheidende Erkenntnisse, die es mit sich gebracht haben, dass ich heute ein angenehmes und vor allem leichtes Leben führe. 

 1. Meine Gefühle sind NICHT mein Inner Guide

Über Jahre hinweg habe ich meine Gefühle als das Richtmaß aller Dinge genommen. Ich habe daran abgelesen, wie es mir geht und ob ich auf dem richtigen Weg bin. Laut meinem Gefühls-Pegel ließ sich allerdings nur ein Schluss ziehen. Mir geht es schlecht und ich bin ständig falsch unterwegs. 

Obwohl mein Leben eigentlich gar nicht so schlecht war. Ich hatte keinen schweren Schicksalsschlag zu bewältigen und meine Kindheit war nicht besser oder schlechter als 90 % anderer Kindheitserfahrungen. Ich hatte einen wunderbaren Sohn, gute Freunde, Beziehungen und einen gutbezahlten Job. 

Trotzdem war ich immer unzufrieden und schlechte Laune war mein steter Begleiter.

Da ich meine Gefühle als meinen „Inner Guide“ ansah, war es an mir etwas zu ändern. Denn meine schlechten Gefühle sprachen eine eindeutige Sprache: DIR geht es schlecht! So versuchte ich über Jahre hinweg, mich in einen positiven Gefühlszustand zu bringen und diesen zu erhalten. 

Was natürlich zur Folge hatte, dass ich ganz gebannt auf meine Gefühle achtete und versuchte alle negativen Gefühle los zu werden. 

Ein Unterfangen, das UNMÖGLICH ist.

Gefühle kommen und gehen

Gedanken und Gefühle kommen und gehen. Heute sehe ich es so klar wie das Wetter. Neben Sonnenschein gibt es Regen, Schnee, Wolken. Aber es sagt nichts über mein oder dein Leben aus. Es sagt nur, dass gerade Wolken am Himmel vorbeiziehen. 

Das Gute ist: Wir müssen nichts tun. Absolut gar nichts. Denn die Sonne ist immer da und auch die hartnäckigsten Wolken verschwinden irgendwann einmal vom Himmel. Wir können es nicht verändern und müssen es auch nicht. 

Haben wir einen schlechten Gedanken, kommt automatisch ein schlechtes Gefühl dazu. Das ist bei uns allen so. Da wir jedoch unsere Gedanken nicht steuern, managen oder kontrollieren können (wie denn auch bei 60.000 Gedanken pro Tag), brauchen wir ihnen keine besonders große Aufmerksamkeit schenken. Beim nächsten positiven Impuls, haben wir wieder positive Gefühle. 

Wenn ich mir heute Menschen ansehe (mich mittlerweile eingeschlossen), die kaum Launen haben oder scheinbar immer entspannt sind, dann nicht, weil sie niemals negative Gefühle haben oder in ihrem Leben alles nur rosig ist. Nein, weil sie ihren negativen Gefühlen einfach wenig bis keine Beachtung schenken. Weil sie erkannt haben, dass sie kommen und gehen, wie die Wolken am Himmel.

Mittags Talk vom 4. Mai 2017

(Der Mittags-Talk findet jeden Donnerstag um 12 Uhr auf meiner Facebook-Seite statt.)

Wenn ich das schon früher gewusst hätte:

Wenn ich das schon früher gewusst hätte, dann hätte ich bei weitem weniger gelitten. Gelitten in dem Sinne, dass ich ständig das Gefühl hatte nicht gut genug zu sein. 

Die Erkenntnis, dass ich meine Gefühle einfach auch wieder ziehen lassen kann, ohne mich ständig mit ihnen beschäftigen zu müssen, war wirklich eine ebens-verändernde Erkenntnis für mich. Ich wusste einfach nicht, dass sie mir keinerlei Auskunft über mein großes Bild geben, sondern ausschließlich, dass ich jetzt gerade einen negativen Gedanken habe, der ein negatives Gefühl auslöst. Dass sie keine Vorhersage über die Zukunft machen und nicht mein „Inner Guide“ sind. (Im Teil 3 spreche ich mehr über den „Inner Guide“). 

Für dich:

Vielleicht geht es dir ja ähnlich und du hast das Gefühl, dir wird oft alles viel zu viel oder du musst ständig noch mehr machen, weil du bei vielen Dingen negative Gefühle hast und denkst, noch nicht gut genug zu sein.

Vielleicht glaubst du auch, dass deine Gefühle deine Alarmanlage sind, die dich beschützen wollen.

Tatsache jedoch ist, dass deine Gefühle nicht deine Alarmanlage sind, sondern dein Lichtsensor. Dieser Lichtsensor geht an, wenn sich im Außen etwas bewegt. Das kann ein kleiner, süßer Igel sein oder aber auch ein Einbrecher. Sollte der Einbrecher näher kommen, dann erst schlägt die Alarmanlage an. 

Deine Gefühle sind dein Lichtsensor, deine Gedanken sind die Dinge, die das Licht auslösen und deine innere Weisheit ist deine Alarm-Anlage. Sobald du das erkennst, wirst du nicht mehr jedem Lichtstrahl nachhetzen, sondern dich entspannt zurücklehnen. Denn du weißt ja, was das Licht zu bedeuten hat und dass du noch eine verlässliche Alarm-Anlage besitzt, die dich beschützt.

Aber dazu mehr im dritten Teil. Im zweiten Teil erzähle ich dir von einer weiteren Erkenntnis, die mit der Verantwortung fürs Leben zu tun hat.

Alles Liebe

P.S. Wie geht es dir mit deinen Gefühlen? Machen sie dir dein Leben schwer? Hast du das Gefühl, sie reagieren wie eine sehr sensibel eingestellte Alarmanlage? Hinterlasse einen Kommentar, ich freue mich von dir zu lesen.

PP.S. Willst du als Erster über die nächsten Teil informiert werden? Dann trage dich hier ein und du erhältst den nächsten Teil, sobald er erscheint.

2017-05-16T21:30:19+00:00

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