Die Herausforderung – Der rote Bereich 2017-03-12T15:44:41+00:00

Die Herausforderung – 3 Ps im roten Bereich

Als UnternehmerIn haben wir so oft das Gefühl, einfach nicht zu genügen. Noch besser, noch erfolgreicher, noch mehr ist die Devise. Ganz schnell geraten wir in eine Überforderung und an einem Punkt, an dem die Freude verloren geht.
Wenn wir nur organisierter/disziplinierter/mutiger wären, dann wäre alles gut – glauben wir.
Der Druck und der Stress werden allerdings immer größer und belastender. Wir meinen alles noch perfekter machen zu müssen, schieben auf, weil wir nicht genügen und sehen an jeder Ecke ein Problem lauern.

Perfektionismus

Es ist nicht schlecht, etwas gut, ja sogar außergewöhnlich machen zu wollen. Anstrengend wird es für uns erst, wenn wir alles perfekt machen wollen.

Perfektionismus ist ein psychologisches Konstrukt, das versucht, übertriebenes Streben nach möglichster Perfektion und Fehlervermeidung zu erklären.

Perfektionismus ist ein Konstrukt mit Ausprägungen in zwei Dimensionen

  1. Streben nach Vollkommenheit (perfektionistisches Streben): fasst unter anderem die Eigenschaften hohe persönliche Standards und Organisiertheit zusammen.
  1. Übertriebene Fehlervermeidung (perfektionistische Besorgnis): umfasst u. a. die Eigenschaften Leistungszweifel und Fehlersensibilität, aber auch Angst vor Bewertung, besonders durch Eltern.

Für mich ist klar, dass wir versuchen Fehler zu vermeiden. Oft genug sind wir auch schon in der Kindheit dazu getrimmt worden. Wir leben in einer Fehler-Intoleranten Welt.

Gerade wenn wir mit unseren eigenen Unsicherheiten konfrontiert sind, wir unseren Weg verlassen haben oder ihn gerade nicht sehen können, dann neigen wir zum Perfektionismus. Wir glauben dadurch mehr Chancen auf Erfolg zu haben.

Aus diesem Perfektionismus landen wir sehr oft in der

Prokrastination

Prokrastination, umgangssprachlich Aufschieberitis, ist ein weiteres Mittel, das wir anwenden, um Fehler zu vermeiden und uns vor unangenehmen Situationen zu schützen.

Prokrastination setzt sich zusammen aus pro = für und cras = morgen. Wir haben uns Dinge „für morgen“ auf. Durch das Vertagen auf morgen oder irgendwann entstehen 2 Phänomene:

  1. Unsere Arbeit wird nicht fertig oder nur unter enormen Druck
  2. Der Druck und Stress wird immer größer, weil wir genau wissen, dass wir aufschieben es aber trotzdem nicht schaffen, aus der Spirale heraus zu treten.

Der Druck, um jeden Preis Ergebnisse erzielen zu müssen und uns keine Fehler erlauben zu dürfen, lässt uns erlahmen. Wir wollen – undbedingt – nur wissen nicht wie. Also tun wir lieber nichts, als die Erfahrung der Enttäuschung zu erleben, wieder einmal nicht das Richtige getan zu haben.

Probleme

Grundsätzlich ist unser Gehirn dazu bestimmt Probleme zu lösen. Sehr schwer halten wir Unsicherheiten oder Nichtwissen aus.

Sobald eine Schwierigkeit auftaucht, erkennen wir das als Problem und wollen es beseitigen.

Ein Problem ist in der Regel ein Widerspruch zwischen unserem Denken und der Realität. Wir erwarten, dass sich die Umstände anders verhalten als sie es aktuell tun …

  • entweder, weil unvorhergesehene Umstände eingetreten sind oder
  • weil wir uns Ziele setzen, die wir unter den gegebenen Umständen nicht erfüllen können.

Da wir denken, glücklich und erfolgreich, seien wir, sobald wir bekommen, was wir wollen, verfolgen wir unsere Ziele auf Kosten unserer Beziehungen, unserer Gesundheit unseres inneren Wohlbefindens.

Wenn wir aber auch, nachdem wir bekommen haben, was wir wollen, noch immer nicht glücklich und zufrieden sind, vermuten wir, das Problem liegt daran, dass wir einfach noch nicht genug seien. Also verfolgen wir unsere Ziele mit noch mehr Druck. Was allerdings zur Folge hat, dass wir uns unserem eigentlich angestrebten Glückszustand noch weiter entfernen.

Perfektionismus, Prokrastination und Denken in Problem hält uns davon ab, unseren Weg zu gehen und das Beste aus uns herauszuholen.