Brand your Business! So bleibst du bei deinen Kunden in Erinnerung.

Brand your Business Silvia Chytil

Sich von der Masse abzuheben, vor allem in einem gesättigten Markt, scheint oft unmöglich. Große Firmen stecken viel Geld in ihr Business Branding. Aber was sollen Kleine tun? Sie haben oft nicht die nötigen Finanzen, um es in die Entwicklung ihrer Marke zu investieren. Aber es gibt Wege. Wie du dich auch ohne Geld ins Gedächtnis deiner Kunden brennst, zeige ich dir hier:

Viele Solo-UnternehmerInnen oder Inhaber kleinerer Unternehmen denken, dass Business Branding nur etwas für große Marken ist. Daher überlassen sie ihren Auftritt gerne dem Zufall, ohne sich Gedanken darüber zu machen, welche Außenwirkung sie erzielen.

Nur wie sollen Konsumenten die Übersicht bewahren, wenn sie laufend von Informationen und Wissen überschwemmt werden? Da fällt es schwer aus der Flut an Botschaften, jene herauszufiltern, die für sie im Moment wichtig und nützlich sind.

Sie sind dankbar, wenn sie sich nicht anstrengen müssen und es ihnen jemand leicht macht. In knappen kurzen Sätzen sagt, was sie erwarten können.

Die lila Kuh. Der angebissen Apfel. Das rote, geschwungen C.

Auf einen Blick erkennen alle die Marke. Wissen, was sich dahinter versteckt. Und wissen, was sie bekommen.

Unsere Aufgabe als Unternehmer ist es, unsere Botschaft so einfach wie möglich unseren Interessenten und Kunden zur Verfügung zu stellen.

Starke Marken brauchen Zeit

Starke Marken sind Marken, die durch gutes Branding gewachsen sind. Eine Marke wird nicht über Nacht geboren. Sie braucht Zeit, um sich zu entwickeln und in den Köpfen der Kunden hängen bleibt.

Marken sind nicht nur ein buntes Logo oder eine aussagekräftige Tagline. Sie sind viel, viel mehr. Sie transportieren Emotionen. Sie geben ein Versprechen ab. Sie bringen den Kunden einen hohen ideellen Wert. Die KundInnen identifizieren sich mit dem Unternehmen. Sind stolz das Produkt oder die Dienstleistung erworben zu haben.

Manche sagen sogar, gut gebrandete Marken können den Selbstwert des Käufers erhöhen. Auf alle Fälle aber vermitteln sie den Kunden Vertrauen und Orientierung.

Branding ist nicht Marketing

Sehr oft wird Branding mit Marketing verwechselt. Branding beginnt aber schon viel früher. Branding hat die Aufgabe, dein Unternehmen in ihrer Gesamtwirkung gemäß deiner Strategie zu entwickeln. Somit hängen deine Business-Strategie und das Branding sehr eng beieinander.

Branding ist die Gesamtwahrnehmung deines Unternehmens.

Bevor CocaCola zum Brand wurde, war es die Limonade eines Apothekers. Diese Limonade hatte den Vorteil, dass sie vielen Menschen schmeckte. Zum Brand wurde es erst, nachdem ein genialer Grafiker das unverwechselbare Logo entwarf.

Red Bull ist nur eines von vielen Energy-Getränken. Den Durchbruch schaffte es erst mit dem Slogan „Verleiht Flügel“. Red Bull steht für Energie, Spirit, Kraft.

Branding ist dein gesamter Auftritt, der nach innen und nach außen wirkt. Allerdings ist es nicht unbedingt notwendig, dass du sehr viel Geld in die Entwicklung von Logo, Slogan etc. investiert. Vieles, was dich zur Marke macht, hast du bereits. Du musst es nur erkennen und für alle sichtbar machen.

3 einfache Möglichkeiten, wie du dich ohne Investition ins Gedächtnis deiner Kunden brennst

1. Erzähl mir deine Geschichte.

Weißt du warum Joanne K. Rowling so berühmt wurde? Natürlich hatte sie die einzigartigen Harry Potter Romane geschrieben. Aber da gab es noch mehr, was das Herz der Menschen berührte.

Als sie an ihrem ersten Band arbeitete, lebte sie als alleinerziehende Mutter von Sozialhilfe. Sie stellte ihr Manuskript mehreren Verlegern vor, die allesamt ablehnten. Auch der Verlag Bloomsbury Publishing, der es letztendlich veröffentlichte, hatte es im ersten Wurf abgelehnt.

Die Erstauflage waren 500 Stück und die Empfehlung des Verlages war klar: „Nehmen Sie wieder eine Stelle an, Sie werden von diesem Buch nicht leben können.“

Drei Tage nach der Veröffentlichung ersteigerte der US-Verlag „Scholastic“ den Band um 100.000,– Dollar. Und damit war die Autorin mit einem Schlag weltberühmt.

Das ist die zauberhafte Geschichte der J.K. Rowling, wie sogar ein gleichnamiger Film mittlerweile heißt. Von der armen, alleinerziehenden Mutter hin zur Dollar Milliardärin. Das ist eine Geschichte, die wir alle gerne hören.

„People don’t have 30 Seconds to be interrupted, but have 30 minutes to hear a good story“. – Jon Thompson

Niemand nimmt sich Zeit, 30 Sekunden lang eine Werbung anzusehen. Jedoch nehmen wir uns immer wieder gerne 30 Sekunden für eine traurige, erheiternde, überraschende Geschichte.

Du musst weder einen Riesen-Schicksal Schlag erlitten haben noch musst du über Nacht Multi-Millionärin geworden sein, um deine Geschichte zu erzählen. Ich bin davon überzeugt, dass dein bisheriges Leben viele lustige, spannende, tragische, überraschende, Gänsehaut-bereitende Momente und Episoden liefert. Schreibe sie nieder und erzähle sie. Immer und überall.

Frage dich:

  • Was war wirklich überraschend – lustig – traurig in deinem Leben?
  • Warum tust du das, was du heute tust?
  • Welche Hürden musstest du überspringen, welche Glücksfälle haben deinem Leben eine Wendung gegeben?

2. Kann ich dir wirklich vertrauen?

Seit über 20 Jahren fahre ich Ford. Bereits meine Eltern hatten einen Ford, mein damaliger Freund ebenso. Als ich mir vor 10 Jahren einen neuen Wagen kaufte, sah ich mir viele andere Wägen an – ich landete wieder beim Ford. Über Jahre hinweg hatte ich tiefes Vertrauen in diese Automarke.

Als starke Marke bist du ein Freund fürs Leben.

Heute würde ich mir keinen Ford mehr kaufen. Mein Vertrauen wurde bitter enttäuscht. Grund dafür war ein Schaden an meinem Auto vor einigen Jahren.

Ich ging wie immer zur Ford-Werkstatt und bekam einen Kostenvoranschlag, der mir den Atem raubte. Auch nach Rückfragen änderte sich nichts am Preis. Ich zog mein Fahrzeug kurzer Hand von dort ab, fuhr in eine kleine Autowerkstatt und bezahlte 10 % des angekündigten Preises.

Nicht weil die Werkstatt so billig wäre, nein, sie stellten nur eine andere, wesentlich günstigere Diagnose. Ich ließ es dort reparieren und mein Auto fährt noch immer ohne Probleme.

Wie wir mit unseren potentiellen und bestehenden Kunden umgehen, ist eines der wesentlichen Merkmale unseres Brandings. Natürlich ist die Qualität deiner Dienstleistung und deines Produktes wichtig. Aber – ich gehe nicht zum „besten“ Friseur der Stadt, sondern zu dem, dem ich vertraue und weiß, dass ich nach dem Besuch nicht mit grünen Haaren oder einem Kurzhaar-Schnitt vor dem Spiegel stehe.

Deine Kunden spüren, wenn du bei jedem Gespräch nur deine Umsatz-Zahlen im Kopf hast. Wenn du mehr um dein Prestige besorgt bist, als um das Wohlergehen deines Gegenübers. Das werden sie dir übel nehmen.

Sie werden dich jedoch lieben, wenn du dich um sie kümmerst. Wenn du ihnen ein außergewöhnliches Service bietest. Und … wenn du ihr Vertrauen nicht missbrauchst.

Frage dich:

  • Womit kannst du das Vertrauen deiner Interessenten gewinnen?
  • Welche zusätzliche Freude kannst du deinen Kunden machen?
  • Welche besondere Aufmerksamkeit kannst du ihnen schenken?

3. Hey, dich kenn ich doch

Wenn du an Karl Lagerfeld denkst, denkst du an …

Wenn du an Udo Lindenberg denkst, denkst du an …

Wenn du an Apple denkst, denkst du an …

Starke Marken haben einen eindeutigen Wiedererkennungswert. Oft sehen wir nur ein Logo oder hören einen Satz und wissen sofort um welche Person, welches Produkt oder Unternehmen es sich handelt.

Deine Schwächen sind oft deine stärksten Stärken!

Deine Schwächen sind oft deine stärksten Stärken! Klick um zu Tweeten

In der Schule wurde ich oft wegen meiner roten Haare gehänselt. Und dann waren sie auch noch gewellt, anstatt seidig glänzend. Ach, wie gerne hätte ich glatte, blonde Haare gehabt.

Wenn du heute auf meine Webseite gehst, siehst du zuerst Mal viele, rote, gelockte Haare :-).  Unterstrichen wird das Ganze noch mit der Farbe Orange.

Meine vermeintliche Schwäche habe ich zu meinem Markenzeichen gemacht. Ich werde oft schon von Weitem von Freunden und Bekannten erkannt, einfach, weil sie meine Haare gesehen haben. Und dass ich mittlerweile immer etwas Oranges an oder mit mir habe, versteht sich von selbst. Orange ist meine Farbe. Ich liebe sie und sie passt zu mir.

Woran erkennen dich die Leute? Was ist dein Anker, dein Wiedererkennungs-Zeichen?

Natürlich ist mir klar, dass sich die Menschen vor allem an deine gute Dienstleistung oder dein Produkt erinnern sollen. Aber woran erkennen sie das, bevor sie etwas bei dir gekauft haben?

Um bei den Menschen im Kopf die Nummer eins zu werden, ist es wichtig bei ihnen einen Anker zu setzen. Ist das nicht die, mit den großen Ketten. Ist das nicht der, der seinen Kaffee immer kalt trinkt. Ist das nicht die, die ihre Kunden immer auf spanisch begrüßt.

Regel Nummer 1, sei niemals Nummer 2!

Ganz gleich was es ist, eine Farbe, ein Spruch, eine Eigenheit. Zelebriere es, streiche es heraus, mache es zu deinem Markenzeichen.

Frage dich:

  • Welche deiner vermeintlichen Schwäche könntest du als Markenzeichen in Szene setzen
  • Woran erkennen dich Freunde oder Bekannte sofort?
  • Was trägst, magst oder tust du gerne und könntest das als Wiedererkennungs-Merkmal in deinem Unternehmen verwenden?

Für diese drei Punkte benötigst du keinen einzigen Cent, kein kostspieliges Design, keine ausgeklügelte Konzepte. Du benötigst nur ein wenig Zeit und ein Blatt Papier. Und dann noch etwas Geduld, bis sich der Anker bei den Menschen, die du erreichen möchtest, gesetzt hat.

Wie bleibst du bei deinen (potenziellen) Kunden in Erinnerung? Was macht dich unverwechselbar? Was einzigartig?

Ich freue mich von dir zu lesen. Hinterlasse einen Kommentar, wie du dich ins Gedächtnis deiner Kunden brennst.

 

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2017-03-17T13:08:24+00:00

10 Comments

  1. katharina von FRAU MAIER 27. September 2016 at 7:12 - Reply

    klasse artikel, liebe silvia! dankeschön.
    ps deine wunderbaren haare hatten als erstes meine aufmerksamkeit vor 2-3 wochen, als ich die werbung für dein geniales webinar sah 🙂

    • Silvia Chytil, M.Sc. 27. September 2016 at 16:49 - Reply

      Hallo Katharina,

      freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat.

      Ja, ist wohl wirklich so, dass was man oft selbst gerne los werden möchte, ist das was den anderen am meisten auffällt :-).

      Ganz liebe Grüße
      Silvia

  2. Eva Laspas 27. September 2016 at 7:18 - Reply

    Liebe Silvia,
    danke für den Artikel, eine gute Idee, da drüber einmal zu reflektieren. Gerade bei uns EinzelunternehmerInnen ist es doch so, dass wir bei jedem Schritt und Tritt das eigene Unternehmen mittransportieren. Da macht es Sinn, sich über das Branding im Großen Gedanken zu machen.

    Weil – es wirkt nicht nur im Außen sondern auch im Innen, wir fühlen uns einfach anders. ,-)

    Zum Branding gehört so vieles – meine Geschichte, mein Markenzeichen, mein Service, ja. Doch das alles ist verpackt in:
    Wie beantworte ich mein Telefon, wenn es läutet?
    Wie bespreche ich meine Anrufbeantworter?
    Wie spreche ich über meine Kunden – besonders, wenn sie es nicht hören?
    Erzähle ich Geschichten herum oder verlaufen bei mir alle Geschichten im Sand?
    Ist mein Auto innen auch geputzt? (Besonders, wenn ich meine www aufgeklebt habe.)
    Wie schaut der Hintergrund meiner FIlme aus, die ich im Wohnzimmer mache?
    u.s.w.

    Das macht gerade die Schwierigkeit aus, viele Menschen denken zu kurz in der Distanz – bist du eine Marke, bist du öffentlich bekannt, dann trägst du Verantwortung. Völlig überzeichnet: Betrunken im Rinnstein liegen ist dann nicht mehr. 😉

    lg Eva

    • Silvia Chytil, M.Sc. 27. September 2016 at 16:51 - Reply

      Liebe Eva,

      du triffst es auf den Punkt. Oft denken wir beim Branding an große Investitionen, derweilen sind es die kleinen Dinge, die den Menschen dann auch in Erinnerung bleiben.
      Und die kosten oft kein Geld.
      Stimmt – schlechte Manieren sollte man dann besser ablegen ;-).

      Alles Liebe
      Silvia

  3. Claudia 27. September 2016 at 12:42 - Reply

    Hihi, meine sind zwar nicht orange, aber auch wuschelig 🙂
    Ich hätte auch immer sooooo gerne glatte Haare gehabt, jetzt sind sie mein Markenzeichen. Wuschelkopf in grüner Lederjacke. Meine Freunde halten meist nur danach Ausschau.
    Und das passt wiederum zu meinem Unternehmensauftritt, da ich 2 verschiedene Grüns im Logo habe, welches auch wiederum sehr markant ist und sich toll in den Visitenkarten und den Flyern wiederfindet, bzw. durch die Stanzung gut dafür verwenden lässt.
    Ein Kunde hat mir deshalb auch schon eine Füllfeder mit grüner Tinte geschenkt 😉

    • Silvia Chytil, M.Sc. 27. September 2016 at 16:55 - Reply

      Hallo Claudia,

      oh – ich verstehe dich so gut – glatte Haare ;-).

      Füllfeder mit grüner Tinte – genial.
      Ich habe einen orangen Tintenroller – muss ich gleich nachschauen, ob es auch orange Tintenpatronen gibt ;-).

      Alles Liebe
      Silvia

  4. Erika Schuh 29. September 2016 at 15:10 - Reply

    Wundervoll geschrieben ❤ Herzlichen Dank. Ich bin die, die gerne reist ? und die auch schon mal eine Hochzeit platzen liess…

    • Silvia Chytil, M.Sc. 29. September 2016 at 21:30 - Reply

      Danke liebe Erika :-).

      Hahaha – ja, damit bleibst du im Gedächtnis ;-).

      Alles Liebe
      Silvia

  5. Martina 2. November 2016 at 8:51 - Reply

    Großartiger Artikel! Ich unterschreibe jedes Wort und teile sofort 🙂
    Viele Grüße aus München,
    Martina

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